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Fasten: Hausputz für Körper und Seele

Voranmerkung: Der folgende Artikel ist keine umfassende Abhandlung über das Fasten. Zu diesem Thema existieren bereits zahlreiche wertvolle Informationen und gute Bücher. Auch sind einige der von mir gewählten Begriffe streng genommen nicht korrekt, z.B. Morgenfasten, 24-Stunden-Fasten etc.; dabei handelt es sich (noch) nicht wirklich um Fasten. Ich verwende die Begriffe trotzdem. Mir geht es vor allem darum mögliche Wege aufzuzeigen um Körper und innere Organe zu entlasten (und zu reinigen) und damit mehr Wohlbefinden und Lebensqualität in das eigene Leben zu bringen. 

Fasten ist ein freiwilliger Verzicht auf Nahrung. Es hat nichts mit (erzwungenem) Hungern zu tun. Es ist in praktisch allen Kulturen und Religionen bekannt. Durch den Verzicht auf Nahrung werden alle inneren Organe entlastet. Diese Entlastung und Reinigung hat einen gesundheitsfördernden Effekt. Die Wirkung des Fastens auf den Körper ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite ist die Wirkung auf Seele und Geist – die seelisch-geistige Reinigung –, denn häufig belasten uns die Verunreinigungen der Seele noch stärker als die des Körpers.

Zwischen der Schulmedizin und der Alternativmedizin bestehen unterschiedliche Ansichten über die Wirkungen des Fastens. Während man in Reformkreisen und der Alternativmedizin häufig hört und liest, dass die heutigen Menschen verschlackt, übersäuert, verschleimt und voll mit Giften (Medikamenten, Umweltgiften, Schwermetallen usw.) seien, bestreitet dies die Schulmedizin weitgehend. Gemäss der Alternativmedizin kann sich der Mensch durch Fastenkuren und mit weiteren Methoden (z.B. einer Darmsanierung, der richtigen Ernährung usw.) von schädlichen Stoffwechselzwischenprodukten, Ablagerungen, Säuren und Giften (kurz: Schlacken) befreien und damit seine Gesundheit verbessern und/oder zurückgewinnen.

Die Schulmedizin bestreitet das Vorhandensein von Schlacken und ähnlichen Stoffen im menschlichen Körper (vor allem auch deshalb, weil nicht klar ist, was mit Schlacken überhaupt gemeint ist) und hält die Methoden der Alternativmedizin zur Entgiftung, Entsäuerung und Entschlackung für nicht belegt und weitgehend unwirksam. Letzlich kann und muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich auf eine „Entschlackungskur“ (Fasten, Darmreinigung, gesunde Ernährung etc.) einlassen will, ob ihm diese hilft sich besser zu fühlen und ob er das, was da von seinem Körper möglicherweise ausgeschieden wird (z.B. dunkler, zum Teil gummiartiger, verklebter Stuhl, Schleim usw.), als Schlacken bezeichnen will oder nicht. Siehe auch Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung, Entschleimung?

Fasten ist ein Heilmittel der Natur. Bei zahlreichen Krankheiten hat der Mensch keinen Appetit. Falls dem so ist, sollte man sich nicht zum Essen zwingen. Man erholt sich schneller und die Krankheit wird rascher überwunden, wenn man keine Nahrung zu sich nimmt. Tiere und Kinder fasten instinktiv, wenn sie sich nicht wohlfühlen, wenn sie krank sind (und die Kinder nicht von den Müttern zum Essen gezwungen werden). Fasten war bereits im Altertum und Mittelalter einer der wichtigsten Heilmassnahmen, bot Hilfe bei verschiedenen Erkrankungen. Dies hat bis heute Gültigkeit.  

Morgenfasten

Morgenfasten bedeutet, dass man auf das Morgenessen verzichtet. Das Einzige, was man am Morgen allenfalls zu sich nimmt, sind Wasser und/oder nichtarzneiliche Tees (kein koffeinhaltiger Schwarz- oder Grüntee). Wenn die erste Mahlzeit Mittags um 12 Uhr eingenommen wird und die letzte zwischen 18 und 19 Uhr, dann verzichtet man während rund 17 Stunden auf Nahrung. Bereits dies führt bei vielen Menschen zu einer deutlichen Entlastung von Stoffwechsel und inneren Organen und damit zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität. Eine zusätzliche Entlastung und Reinigung kann erreicht werden, wenn einzelne Mahlzeiten nur aus Rohkost (Obst, frische Salate etc.) bestehen.

24-Stunden-Fasten

Beim 24-Stunden-Fasten nimmt man eine Mahlzeit pro Tag zu sich. Streng genommen ist das 24-Stunden-Fasten also ein 23-Stunden-Fasten (während zirka 30 bis 60 Minuten isst man ja). Beim 24-Stunden-Fasten werden Stoffwechsel und innere Organe noch stärker entlastet als beim Morgenfasten.

Intervallfasten: ein Tag fasten, ein Tag essen, ein Tag fasten usw.

Wer es noch nicht schafft mehrere hintereinander Tage zu fasten oder dies nicht will, kann das Intervallfasten ausprobieren. Hier wird abwechslungsweise ein Tag gefastet und ein Tag gegessen. 

2 bis 3 Tage Fasten

Wer sich ernsthaft für das Fasten interessiert, der kann in einem ersten Versuch 2 bis 3 Tage fasten. Dabei leitet man das Fasten durch eine Darmreinigung ein. Man nimmt etwa 40 Gramm Glaubersalz aufgelöst in dreiviertel Liter Wasser zu sich. Nach einigen Stunden setzt die abführende Wirkung ein (halten Sie sich am besten in der Nähe einer Toilette auf). Anstelle von Glaubersalz kann auch ein Darmeinlauf gemacht werden. Dazu füllt man einen halben bis ganzen Liter warmes Wasser in einen Irrigator und lässt die Flüssigkeit durch ein gefettetes Darmrohr aus einer Höhe von etwa einem Meter langsam in den Darm einlaufen. Anstelle von Glaubersalz oder Darmeinlauf kann auch Rizinusöl als Abführmittel genommen werden. Zwei bis drei Tage Fasten kann in meinem Augen praktisch jeder. Siehe hierzu auch das Buch Die schleimfreie Heilkost von Professor Arnold Ehret.  
        
5 bis 10 Tage fasten

Das längere Fasten wird gleich begonnen wie im vorherigen Abschnitt (2 bis 3 Tage Fasten) beschrieben, nämlich durch eine Darmreinigung mittels Glaubersalz, Darmeinlauf oder Rizinusöl. Idealerweise stellt man bereits etwa zwei Tage vor dem Beginn des Fastens auf eine leichtere Ernährung um (z.B. Rohkost). Auch das Fastenbrechen (Fastenende) sollte langsam vor sich gehen. Man isst die ersten zwei bis drei Tage am besten nur leichte Kost. Zum Beispiel kann man am ersten Tag einen ungeschälten Apfel in kleinen Bissen solange kauen, bis er als feinster Brei bzw. Saft geschluckt werden kann. Um 5 bis 10 Tage zu fasten, sollte man sich genauer über das Fasten informieren, sich allenfalls von einer erfahrenen Person begleiten lassen oder in eine Fastenklinik gehen. 

Länger als 10 Tage fasten 

Es gibt Menschen, die ohne grössere Probleme 20 bis 30 Tage fasten können. Wer länger als 10 Tage fasten will, sollte sich gründlich informieren und mit dem Thema befassen. Auch hier wird das Fasten mit einer Darmreinigung (Glaubersalz, Darmeinlauf oder Rizinusöl) eingeleitet. Manche Menschen machen beim längeren Fasten zirka alle zwei Tage – manchmal auch täglich – einen Darmeinlauf und fühlen sich wohler damit. Zwei Bücher, die ich empfehlen möchte: 1. „Fasten, aber richtig“ von Dr. M.O. Bruker und Ilse Gutjahr. 2. Die schleimfreie Heilkost von Professor Arnold Ehret.

Was ist mit Obstfasten, Saftfasten usw. ?

Ich empfehle das „richtige“ Fasten, das heisst: Während des Fastens nimmt man keine Kalorien zu sich. Es werden also nur Wasser und/oder ungesüsste nichtarzneiliche Tees getrunken. Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt dem Durst entsprechend. Letzten Endes muss aber jeder für sich selbst herausfinden, was ihm am besten bekommt. Wer mit so genanntem Saftfasten (es wird nichts anderes zu sich genommen als Säfte) oder anderen Methoden besser fährt, soll dies tun.

Fastenkrisen = Heilungskrisen

Während des Fastens kann es zu Fastenkrisen (eigentlich: Heilungskrisen) kommen. Der Körper beginnt damit alte Krankheitsherde zu beseitigen und sich von im Körper (z.B. im Bindegewebe oder in der Fettschicht) abgelagerten Stoffwechselzwischenprodukten und Altlasten zu befreien. Dies kann sich beispielsweise darin äussern, dass ein kranker (toter) Zahn, der bisher keinerlei Beschwerden machte, sich mit Schmerzen meldet. Oder es treten vorübergehend Kopfschmerzen, Übelkeit und andere unangenehme Beschwerden auf. Dies sind streng genommen jedoch keine Krisen, sondern Gesundungsprozesse. Der Körper befreit sich von Altem und erneuert sich.  

Fasten  und Leistungsfähigkeit

Regelmässige Spaziergänge, idealerweise bei Sonnenschein und im Grünen, sind während des Fastens zu empfehlen. Ansonsten hört man am besten auf sich und seinen Körper. Wer sich müde oder schwindlig fühlt, kann/soll sich hinlegen und ausruhen. Ob man während des Fastens normal weiterarbeiten will oder ob man das Fasten auf die Ferien verlegt muss jeder selbst entscheiden.

Wie leistungsfähig man selbst bei null Kalorien pro Tag sein kann, zeigten im Jahre 1954 elf schwedische Vegetarier beim grossen Fastenmarsch. Sie marschierten in zehn Tagen ohne jegliche Nahrung (ausser Wasser) 500 Kilometer weit – im Schnitt 50 Kilometer pro Tag! –, von Göteborg nach Stockholm. Für die Fachwelt, welche dies für unmöglich hielt (sie glaubten, dass die Teilnehmer schon bald schlapp und am Ende ihrer Kräfte aufgeben müssten), kam diese Leistung einer Sensation gleich. 

Fasten ist kein Ersatz für eine gesunde Ernährung

Für viele Menschen ist Fasten eine positive Erfahrung. Wer einmal erlebt hat, dass er eine Zeit lang ohne Nahrung auskommen kann, dass er sich dabei sogar wohlfühlt und Leistungen vollbringen kann, der gewinnt Vertrauen in sich selbst und seinen Körper. Aber Vorsicht: Fasten bitte nicht mit einem Wunder- und Allheilmittel verwechseln. Wer glaubt, er könne sein falsches Essverhalten mit einer Woche Fasten korrigieren (51 Wochen im Jahr falsch essen und dann 1 Woche fasten), liegt daneben. Fasten ist kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. Und wer allein des Übergewichts wegen fastet, tut sich (wahrscheinlich) auch keinen Gefallen. Echtes Fasten (freiwilliger Nahrungsverzicht) ist häufig auch eine spirituelle Erfahrung.

Buchtipps:

           

Wie man innerhalb fünf Sekunden herausfindet, was die eigenen Probleme sind

Ich werde Ihnen im nächsten Abschnitt eine Frage stellen mit der Sie selbst herausfinden können, was Ihre wahren Probleme sind (falls Sie denn welche haben). Nachdem Sie die Frage gelesen haben, haben Sie fünf Sekunden Zeit drei Antworten zu geben. Das heisst: Antworten Sie spontan und schnell aus dem Bauch heraus, sagen Sie, was Ihnen gerade einfällt. Kein Nachdenken, kein Herumgrübeln, sondern zack zack zack antworten.

Sind Sie bereit?
Okay. Die Frage lautet: Was ist dein Problem?
Bitte zack zack zack antworten.
Nachdem Sie die Antworten erhalten haben, schreiben Sie sie auf.
  
Das hier aufgezeigte Verfahren ist sehr effektiv darin ein Bewusstsein für die eigenen Probleme zu schaffen und herauszufinden woran man tatsächlich leidet. Zahlreiche philosophische und esoterische Richtungen vertreten die Ansicht, dass sich der Mensch im Grunde nur selbst helfen kann, dass der Mensch letztlich alle Antworten in sich selbst trägt und den Schlüssel zur eigenen Befreiung und Heilung in den eigenen Händen hält. Das hier aufgezeigte Kurzverfahren entspricht voll und ganz diesem Denkansatz der Übernahme der vollen Verantwortung für das eigene Leiden und Leben. Durch die rasche Antwort wird das weitverbreitete Kopfdenken (Verstandesdenken) durchbrochen und umgangen und direkt zum Kern der eigenen Persönlichkeit – und damit zur Wahrheit – vorgestossen.

PS. Vor ein paar Tagen machte ich einen Spaziergang mit einem alten Freund. Dabei lernte ich diese Methode kennen. Er sagte zu mir: „Ich werde dir jetzt eine Frage stellen. Du hast fünf Sekunden Zeit um mir drei Antworten zu geben. Nicht nachdenken, sondern spontan aus dem Bauch heraus antworten.“ Dann stellte er mir die Frage: „Was ist dein Problem?“ Meine Antworten: 1. Arroganz, 2. Überheblichkeit und eine dritte Antwort fiel mir auch nach 20 Sekunden noch nicht ein. Diese Antworten bringen meine gegenwärtige Situation und Gefühlslage voll auf den Punkt und passen zu meiner derzeitigen Arbeit an mir selbst. Siehe hierzu auch meinen letzten Blog-Beitrag

           

Arbeit an mir selbst: The Work angewendet auf mein Problem mit Gott

The Work ist eine Methode, jene Gedanken zu hinterfragen und zu identifizieren, die das eigene Leiden verursachen. Die Grundlagen dieser Methode, die von Menschen überall auf der Welt schon zehntausendfach erfolgreich angewendet wurde und wird, sind in dem Buch „Lieben was ist: Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können“ und in weiteren Büchern von Byron Katie niedergeschrieben (siehe auch The Work auf Deutsch).

In der nachfolgenden PDF-Datei habe ich diese Methode auf mein Problem bzw. meinen Kampf mit Gott angewandt. Am Ende habe ich eine zusätzliche Übung eingebaut, die nichts bzw. nur indirekt mit The Work zu tun hat (sich selber im Spiegel 10 Minuten in die Augen schauen um herauszufinden, was man über sich selbst denkt).

Mehr zu meiner gegenwärtigen Arbeit an mir selbst, siehe auch meinen nächsten Blog-Beitrag Wie man innerhalb fünf Sekunden herausfindet, was die eigenen Probleme sind.