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Vollwertige Ernährung (Vollwertkost)     
Unter Vollwertkost bzw. vitalstoffreiche Vollwertkost versteht man jene Kostform, die sich aus möglichst naturbelassenen, frischen und unbehandelten Lebensmitteln und Vollkornprodukten zusammensetzt. "Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich" ist das oberste Prinzip der Vollwertkost. Wegbereiter einer vollwertigen Ernährung waren die Ärzte Dr. Max Bircher-Benner, Dr. Max-Otto Bruker sowie der Ernährungsforscher Professor Werner Kollath. Diese drei Pioniere bilden die über einhundertjährige Linie der Vernunft im Ernährungsbereich. Dutzende weitere Ärzte, Forscher und Wissenschaftler haben ebenfalls wichtige Beiträge geleistet.


Dr. med. Maximilian Bircher-Benner (1867-1939), der grosse Schweizer Arzt und Erfinder des weltberühmten, nach ihm benannten Bircher-Müesli, erkannte als einer der Ersten, dass Lebensmittel durch Erhitzung und fabrikatorische Verarbeitung eine erhebliche Wertminderung für die menschliche Gesundheit erfahren. Bircher-Benner begann mit grossem Erfolg Frischkost/Rohkost in die Ernährungspläne und Empfehlungen für seine Patienten einzubauen. Mit seinen Pioniertaten und seinem Nachdruck auf die Frischkost als Heilkost legte er die Grundlagen der neuen Ernährungslehre.
    
Prof. Dr. Werner Kollath (1892-1970), der bedeutendste Ernährungsforscher der Neuzeit, hat die von Bircher-Benner aus der Praxis gewonnenen Erfahrungen durch seine wissenschaftlichen Arbeiten (Hunderte!) bestätigt und untermauert, und den hohen Gesundheitswert der Vollgetreide erkannt. Er ist der Begründer und Namensgeber der Vollwerternährung (Vollwertkost). Das Hauptprodukt der Kollath'schen Forschungen ist die Tabelle Die Ordnung unserer Nahrung, anhand derer der Wert eines Lebens- respektive Nahrungsmittels für die menschliche Gesundheit abgelesen werden kann (je weiter links in der Tabelle desto hochwertiger ist das ensprechende Lebensmittel). Sein Fazit: Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich! -> Siehe auch Prof. Kollath.
        
Dr. med. Max Otto Bruker (1909-2001), Arzt für innere Medizin, Autor von mehr als 20 Büchern in Millionenauflage (wichtigstes Buch Unsere Nahrung - unser Schicksal), ist der Nachfolger Dr. Bircher-Benners und geistiger Schüler des Ernährungspioniers Prof. Kollath. Dr. Bruker war über 60 Jahre ärztlich tätig, davon 45 Jahre als Leiter biologischer Krankenhäuser in Deutschland. Die von ihm empfohlenen Ernährungsrichtlinien haben sich in der Praxis vollständig bewährt. An über 50'000 klinischen und ambulanten Personen wurden damit zum Teil aussergewöhnliche Heilerfolge erzielt. Dr. Bruker fand einen Weg, der es für jeden möglich macht, sich gesund und vollwertig zu ernähren. Dr. Brukers Erbe und sein Wissen werden heute hauptsächlich von der 1978 von ihm gegründeten Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB, dem emu-Verlag und vielen zufriedenen und begeisterten Personen weitergetragen. Mehr als 5'000 Personen haben seit Gründung der GGB die Ausbildung zum Gesundheitsberater abgeschlossen. -> Siehe auch Dr. Bruker
           
Unterschied zwischen Vollwertkost und Zivilisationskost 
   

Die Zivilisationskost ist jene Kostform, die heute von vielen Menschen praktiziert wird. Sie ist gekennzeichnet durch einen geringen Anteil an natürlichen Lebensmitteln und einen zu hohen Anteil an fabrikatorisch hergestellten Nahrungsmitteln, bei denen Fabrikzucker (raffinierter Zucker), Auszugsmehle (Weissmehle und Produkte daraus) und raffinierte Fette und Öle eine wesentliche Rolle spielen.

Zur heute üblichen Zivilisationskost gehören Fertiggerichte, Fast-Food, Süsswaren (Schokolade, Kekse, Speiseeis, Marmelade, Gummibärchen, Pralinen etc.), Limonaden, Soft- und Energydrinks, Weiss- und Graubrot, Kuchen, weisse Teigwaren, geschälter Reis, Chips, Margarinen, gewöhnliche Salatöle (tote Fette), gehärtete Fette (Transfette), Konserven, H-Milch (UHT-Milch), Alcopops, Ketchup, Fleisch und Eier aus Massentierhaltung, Würste, Burger, Sportpräparate (Getränke, Riegel, Konzentrate etc.), stark alkoholhaltige Getränke, Lebensmittelimitate (Kunstkäse, Schinkenimitate, Fleisch-und Fischimitate), Säuglings(fertig)nahrung, gentechnisch verändere Nahrungsmittel und vieles mehr (= Junk-Food).

Bei der vitalstoffreichen Vollwertkost steht das vollständige, unzerstörte Lebensmittel im Vordergrund. Der Wert der Nahrung wird nicht nur an ihrem Gehalt an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiss gemessen, sondern vor allem an ihrem Gehalt an Vitalstoffen.
Die Lebendigkeit der Nahrung steht im Vordergrund. Die Verträglichkeit der Vollwertkost ist bei Beachtung einiger Grundprinzipien gewährleistet, siehe Verträglichkeitsproblem. Die Kosten für eine vollwertige Ernährung sind kaum höher als bei der Zivilisationskost, die Folgekosten (Kosten durch Krankheit) aber unvergleichlich niedriger, siehe Vollkostenrechnung Ernährung.

Siehe auch
      

Krankheiten durch falsche Ernährung: die ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten 

Schätzungsweise 60 Prozent aller Krankheiten entstehen durch falsche Ernährung. Da die Entstehung dieser Krankheiten oftmals schleichend ist und ihnen meist jahrzehntelange Ernährungsfehler vorausgehen, sind viele dieser Krankheiten in breiten Kreisen der Bevölkerung heute noch gar nicht als ernährungsbedingt erkannt. Die Folge: Die Menschen behalten ihre krank machende Ernährung weiterhin bei, die Kosten für das Gesundheitswesen steigen weiter und die Zahl der kranken und notleidenden Menschen nimmt trotz der immer weiter fortschreitenden medizinischen Forschung nicht ab, sondern – zumindest bei den chronischen Krankheiten – noch deutlich zu. Dabei könnte durch die richtige Ernährung auf einfache Weise viel Leid erspart bleiben und viel Geld gespart werden. Siehe auch Unterschied Vollwertkost und Zivilisationskost.

Die moderne Ernährungsforschung hat nachgewiesen, dass folgende Krankheiten ernährungsbedingt sind (nach Dr. Bruker):

  • Gefässerkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rheuma, Arthritis, Arthrose und Osteoporose
  • alle Stoffwechselkrankheiten wie krankhaftes Übergewicht, Diabetes, Leberschäden, Gicht und Steinbildungen
  • Erkrankungen der Verdauungsorgane (Magen-, Darm-, Leber-, Gallenbeschwerden), Verstopfung usw.
  • Gebissverschlechterung, Zahnkaries und Parodontose
  • mangelnde Infektabwehr wie Erkältungen, Nierenbecken- und Blasenentzündungen
  • so genannte Allergien
  • manche organische Erkrankungen des Nervensystems
  • auch an der Entstehung von Krebs ist die Ernährung oft in erheblichem Masse beteiligt
     

Vitalstoffreichtum der Lebensmittel als Basis der Gesundheit

Prof. Kollath ist der eigentliche Begründer und Namensgeber der Vollwertkost. Dr. Bruker ergänzte und erweiterte den Namen dieser Ernährungsform hin zu "vitalstoffreiche Vollwertkost". Die Vollwertkost bzw. vitalstoffreiche Vollwertkost enthält nicht nur die Grundnährstoffe Eiweiss, Fett und Kohlenhydrate, sondern auch alle biologischen Wirkstoffe, die der Organismus für eine optimale Verdauung und für reibungslose Stoffwechselvorgänge benötigt. Diese Wirkstoffe werden als Vitalstoffe bezeichnet. Dazu gehören:

  • wasserlösliche und fettlösliche Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Enzyme oder Fermente
  • ungesättigte Fettsäuren
  • Aromastoffe
  • Faserstoffe (auch als Ballaststoffe bezeichnet)
Vitalstoffe sind zur Erhaltung oder Wiedererlangung der Gesundheit unentbehrlich. Vollwerternährung ist keine Diät, sondern eine Kostform, die von jedem Menschen egal welchen Alters durchgeführt werden kann. Sie ist die Grundlage für die Gesundheit des Menschen. Eine Umstellung ist in jeder Lebensphase möglich. Das Prinzip der Vollwertkost besteht darin, naturbelassene und so wenig wie möglich veränderte Lebensmittel zu sich zu nehmen.
                 
Vier Dinge, die man täglich essen sollte und vier Dinge, die man meiden sollte (nach Dr. Bruker)

Gemieden werden sollten:
1. Alle Fabrikzuckerarten wie weisser Zucker, Fruchtzucker, Traubenzucker (Glucose), Sirup usw. und Produkte daraus
2. Alle Auszugsmehle wie Weissmehl, Ruchmehl usw. und Produkte daraus (Brot, Teigwaren, Kuchen etc.)
3. Alle raffinierten Fette und Öle (gewöhnliche Salatöle, Margarine usw.)
4. Säfte und gekochtes Obst bei Magen-Darm-Empfindlichkeit


Täglich gegessen werden sollten:
1. Drei Esslöffel frisches Getreide in Form eines Frischkorngerichts (Frischkornmüsli/Frischkornbrei)
2. Vollkornbrote und/oder Produkte aus Vollkorn wie Vollreis, Vollkornteigwaren, Vollkornwähe etc.
3. Rohkost in Form von frischem Obst und Gemüsen/Salaten
4. Naturbelassende Fette wie Butter, kaltgepresste Öle und Nüsse/Kerne


Alle nicht genannten Lebens- und Nahrungsmittel sind erlaubt. Mindestens ein Drittel der täglichen Nahrung sollte in roher Form (als Frischkost) genossen werden. Das Frischkorngericht ist das Kernstück der Vollwerternährung. Wasser ist das ideale Getränk. Über den Durst hinaus Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist unnötig. Beim Gemüse sollen nach Möglichkeit täglich zwei in der Erde (Wurzelteile) und zwei über der Erde (inklusive Blattteile) gewachsene Sorten gegessen werden. Rohes wird idealerweise vor dem Gekochten gegessen.
Gesundes Essen schmeckt – ungesundes auch !

Wichtig ist, dass das Essen schmeckt. Wer sich gesund ernährt, aber keine Freude daran empfindet, tut sich keinen Gefallen. Essen, bei dessen Duft oder Anblick einem das Wasser im Mund zusammenläuft, ist top. Durch diese Lust wird der Speichel, mit dem die Verdauung beginnt, und auch die Verdauungssäfte in Magen und Darm angeregt und damit wird das Essen leichter verdaulich. Gesundes Essen, das nicht schmeckt, führt zu mangelnder Produktion von Verdauungssäften, bleibt länger im Magen und die Inhaltsstoffe (Vitamine usw.) können nicht richtig verwertet werden.

Wer nur Lust auf Ungesundes hat (Fast-Food, Burger, Zucker, Süssigkeiten, Würste, Alkohol usw.), dessen natürliche Intuition und Körperintelligenz sind – wahrscheinlich nicht nur in Ernährungsfragen – durch zivilisatorische Einflüsse und die "moderne" Lebensweise des Menschen abhanden gekommen. Hier gilt es einen Weg zurück zur Natur, zurück zu natürlichen Lebensmitteln und natürlichen Lebensabläufen zu finden. Gesunde Lebensmittel so zubereitet (mit Gewürzen, Saucen usw.), dass sie einem schmecken, regelmässig Bewegung in der Natur, ausreichend Schlaf, Stressabbau usw. sind ein guter Beginn, um zu sich selbst und zu den Rhythmen der Natur zurückzufinden (siehe auch meine grundlegenden Tipps/Empfehlungen).

Allerdings sollte man das Geschmackserleben beim Essen auch nicht überbewerten. Schliesslich ist die Nahrung nicht in erster Linie dafür da sinnliche Geschmacksgenüsse zu ermöglichen, sondern den Körper mit allen notwendigen Vital- und Nährstoffen zu versorgen und ihn gesund und leistungsfähig zu halten. Nahrung ist Treibstoff für den Körper und je hochwertiger diese ist (je natürlicher und je weniger verarbeitet), desto besser. Wenn Nahrungsmittel nicht die für den Körper notwendigen Vitalstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente usw.) enthalten, kann sie noch so gut schmecken, der Mensch wird trotzdem krank.

Dass man sich genug Zeit für das Essen nehmen sollte und dass das Essen nicht heruntergeschlungen sondern ausreichend gekaut werden sollte (die Verdauung beginnt im Mund), sollte eigentlich selbstverständlich sein (ist es in unserer hektischen Zeit aber oft nicht mehr).
Keine Lust auf Getreide? Ist Getreide schädlich?
    
Getreide gehört ebenso wie Milch und Milchprodukte wahrscheinlich nicht zur ursprünglichen Ernährung des Menschen. Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, haben, falls überhaupt, wahrscheinlich nur kleine Mengen an Wild- und Süssgräsersamen (die frühen Getreideformen) gegessen. Sie ernährten sich wohl hauptsächlich von Früchten, Wurzeln, Pilzen, Samen, Gemüsen, Nüssen, genauso wie von Eiern, Fleisch und Fisch, wobei es natürlich regionale Unterschiede und Schwerpunkte gab (auch Regionen in denen gar kein Fleisch gegessen wurde). Milch und Milchprodukte waren vor der Domestizierung von Weidetieren ebenso wenig verfügbar wie die Zuchtformen von Getreide* (Weizen, Reis, Mais, Roggen, Hafer, Hirse, Gerste, Dinkel etc.), die später zu Hauptnahrungsquellen wurden. Von ihrer genetischen Programmierung sind unsere Körper auch heute noch Sammler und Jäger und wäre die damalige Ernährung vermutlich auch heute noch die optimale Ernährung des Menschen.

Der Getreideanbau* und die Viehzucht (Fleisch und Milch), mit denen vor zirka 10'000 Jahren begonnen wurde, waren der entscheidende Schritt vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen, waren der Schritt zur bäuerlichen Lebensweise und Landwirtschaft. Das in der warmen Jahreszeit geerntete Getreide konnte gelagert werden und diente als Vorrat für die kälteren Jahreszeiten. Mittlerweile ist Getreide seit Jahrtausenden das Hauptnahrungsmittel der Menschheit (siehe auch Überbevölkerung? Sind wir zu viele?).                  
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* Anmerkung zur Herkunft der Getreide: Gemäss Armin Risi und seinem Buch "Ihr seid Lichtwesen" (Kapitel: Die Neolithische Revolution: Was geschah vor 12'000 Jahren?) ist die Domestikation von Getreide und weiteren Pflanzen (die Entwicklung der ursprünglichen Wildpflanzen hin zu den ertragreicheren Nutzpflanzen/Kulturpflanzen der Landwirtschaft) höchstwahrscheinlich nicht durch Jahrhunderte und Jahrtausende lange Züchtung entstanden, wie uns das die heutige Wissenschaft glauben machen will, sondern durch paranormale Fähigkeiten (Involution). Nach dem Untergang früher Hochkulturen (siehe Eine globale Katastrophe vor 12'000 Jahren) und dem Rückfall der Menschheit in die Steinzeit, sollen besonders begabte Menschen und Wesen aus höherdimensionalen Welten ("Götter") den Menschen die ertragreicheren Pflanzen geschenkt haben um das Überleben der Menschen zu erleichtern. Zahlreiche Mythen und Legenden verschiedenster Völker und Stämme berichten davon.

Einige Ernährungsrichtungen (z.B. Paleo) und deren Vertreter behaupten, Getreide sei schädlich oder sogar giftig für den Menschen. Ist das wahr? Meine Antwort: Wäre Getreide derart schädlich, wie einige Quellen behaupten, müsste die Menschheit längst ausgestorben sein. Viele der Hochkulturen der letzten 5'000 Jahre wären ohne Getreide nicht möglich gewesen. Allerdings ist richtig, dass extrem hochgezüchtete Formen wie beispielsweise verschiedene Weizenarten Probleme verursachen können. Die seit Jahrtausenden bewährten Grundlebensmittel werden von Grosskonzernen zunehmend genetisch oder auf andere Weise manipuliert. Auch die Art der Verarbeitung der Getreide spielt eine wichtige Rolle (Vollkorn statt Weissmehl, frisch vor der Zubereitung mahlen anstatt Lagerhaltung etc.). Dazu kommt, dass die heutigen Menschen aufgrund ihrer Mangelernährung im Überfluss (Fast-Food, Zucker, Fertignahrungsmittel, Auszugsmehle, denaturierte Fette und Öle, Soft-Drinks usw.) immer mehr Allergien gegen verschiedenste Stoffe und Lebensmittel entwickeln (z.B. auch auf das in verschiedenen Getreidesorten enthaltene Gluten bzw. Klebereiweiss).

Allerdings haben diese Allergien meist weniger mit den Lebensmitteln zu tun, gegen die man allergisch reagiert, als viel mehr mit der kränkelnden Grund- und Gesamtkonstitution des "zivilisierten" – und körperlich träge gewordenen – Menschen. Ich halte aber durchaus für möglich, dass für einzelne Personen Getreide nicht geeignet ist und sich diese mit weniger oder ganz ohne Getreidenahrung besser fühlen (dass Zöliakieerkrankten die glutenhaltigen Getreidesorten nicht bekommen steht ausser Frage).

Zum Thema Getreide und Gesundheit siehe auch die Bücher Gesundheit, Getreide, Welternährung und Unsere Nahrung - unser Schicksal sowie die Artikel Ist Getreide wirklich ungesund? von Felix Olschewski und Die Lebenskraft der Getreide von Dr. Schnitzer.

Siehe auch

In meinen Augen kann diese Entscheidung nur jeder für sich selbst treffen. Wahrscheinlich können viele Menschen bei einer bewussten und ansonsten vollwertigen Ernährung auch ohne Fleisch und Fisch ein Leben lang gesund bleiben. Dass wenig oder kein Fleisch besser für die Tiere und die Umwelt sind, ist keine Frage. Ob ein Leben ohne Fleisch in jeden Fall aber auch besser für die Gesundheit des Menschen ist, ist eine ganz andere. Ich persönlich hatte Phasen in meinem Leben, in denen ich keinerlei Fleisch und Fisch benötigte und jahrelang Vegetarier (aber nicht Veganer) war. Ich hatte aber auch Phasen, in denen mein Körper Fleisch verlangte, sich damit besser fühlte und besser geschützt war (siehe Entscheidende Barriere durchbrochen).

Aus meiner Sicht sollte jeder selber herausfinden, ob er auf Fleisch/Fisch verzichten kann, selber herausfinden, ob sein Körper Fleisch benötigt oder nicht. Mein Vorschlag für die Übergangsphase: Essen Sie einen Monat lang keinerlei Fleisch und Fisch. Danach während einer Woche mehrmals hochwertiges Fleisch und Fisch. Merken Sie keinen Unterschied oder fühlen Sie sich mit Fleisch gar schlechter, wiederholen Sie das Experiment, diesmal drei Monate ohne Fleisch/Fisch, eine Woche mit. Das nächste Mal sechs Monate ohne Fleisch, und so weiter. In meinen Augen können Sie nur auf diese Weise wirklich herausfinden, ob ihr Körper Fleisch/Fisch braucht oder nicht. Sie dürfen hier nicht den Kopf (und irgendwelche Ideologien) entscheiden lassen, sondern müssen selbst FÜHLEN, ob Sie Fleisch brauchen oder nicht. Wenn Sie sich mit Fleisch/Fisch besser fühlen, nehmen Sie ab und zu ein hochwertiges Stück zu sich (z.B. einmal pro Woche), falls nicht, lassen Sie es weg.

Ich persönlich habe auch Versuche mit rohem Fleisch und Fisch gemacht und glaube, dass diese Form hochwertiger und besser für die Gesundheit ist als die erhitzte Variante. Siehe auch

Getreidemühle


Zur Durchführung der Vollwertkost ist eine Getreidemühle zu empfehlen. Ich rate zu einer Mühle mit Steinmahlwerk. Zur Herstellung des Frischkorngericht reicht auch eine einfache Kaffeemühle (mit Schlagmesser).

Bio ist besser

Soweit möglich sollten Produkte aus biologischem Anbau und nachhaltiger Bewirtschaftung verwendet werden --> Bio ist besser.
                   
Täglich zwei Liter trinken?

Trinken Sie nur, wenn Sie Durst haben. So wie die Nahrungsmenge durch den Hunger bestimmt wird, richtet sich die Trinkmenge nach dem Durst. Der Rat, täglich zusätzlich zum normalen Durstgefühl und zur normalen Ernährung 1,5 bis 2 Liter und mehr zu trinken, ist Unsinn und keine Entlastung für den Stoffwechsel, sondern eine Belastung.

Zeitlich gingen die ersten Empfehlungen, viel zu trinken, von Urologen aus. Man glaubte zur Verhütung und Behandlung von Nierensteinen die Niere durchspülen zu müssen. Diese Vorstellung ist primitiv. Man kann die Nieren nicht wie schmutzige Wäsche solange durchspülen bis sie sauber ist. Die Niere muss jedes einzelne Tröpfchen, das als Harn ausgeschieden wird, aktiv bearbeiten. Viel Trinken ist keine Nierenentlastung, sondern eine Belastung! In den letzten Jahrzehnten war der Haupttreiber der Idee viel zu trinken die Mineralwasserindustrie. Wurden in den 1970-er Jahren im Schnitt noch 5 Liter Mineralwasser pro Person und Jahr verkauft, liegt der Mineralwasserkonsum heute bei deutlich über 100 Litern pro Person und Jahr. Eine Verzwanzigfachung des Mineralwasserkonsums bedeutet auch eine Verzwanzigfachung der Umsätze und entsprechend höhere Gewinnmöglichkeiten. Logisch ist die Industrie daran interessiert, uns weis zu machen, viel trinken – insbesondere Mineralwasser – sei gesund, führe zu schöner Haut, fördere die Konzentrationsfähigkeit, die Entschlackung usw.

Echte Getränke, geeignet zum Löschen von Durst, sind nur Wasser und nicht arzneiliche Tees. Obstsäfte und Milch sind keine echten Getränke, sondern flüssige Nahrungsmittel. Dass Süssgetränke, Energydrinks und Ähnliches zum Löschen von Durst nicht geeignet sind, sondern stark gesundheitsschädlich (u.a. hoher Zuckergehalt) versteht sich von selbst. Ebenso ist Kaffee natürlich kein Durstlöscher, sondern ein Aufputscher. Hahnenwasser weist in den meisten Gegenden eine gute Qualität aus und ist in den allermeisten Fällen völlig ausreichend. Ausserdem ist Hahnenwasser weit über 100 Mal günstiger als Mineralwasser und führt nicht zu Plastik- und Müllbergen. Der Begriff der Verschlackung, der in Reformkreisen viel gebraucht wird, und die Idee, durch viel Flüssigkeit den Körper zu entschlacken, beruht auf einem Missverständnis. Bei allen ernährungsbedingten Krankheiten und überhaupt sucht man vergeblich nach Schlacken. So etwas gibt es nicht.
                          
Nein zur Gentechnik

Dass gentechnisch veränderte Produkte nicht zu einer gesunden Ernährung gehören versteht sich von selbst. Mittels Gentechnik glaubt der Mensch die Natur verbessern zu können oder müssen. Die Eingriffe der Gentechnik und der Atomtechnologie weisen Parallelen auf. Beide sind so gravierend, weil Substanzen und Stoffe entstehen, die es seit Bestehen der Erde und der Menschheit nicht gegeben hat. Gentechnik ist Manipulation der materiellen Grundlage von Leben mit noch völlig unabsehbaren Folgen für die Umwelt (unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen) und die gesamte Menschheit. Gen- und Biotechnologie ist dumm, kurzsichtig und verantwortungslos, dient hauptsächlich dem Profitdenken und ist eines der besten Beispiele des aktuellen Technologie-, Grössen- und Machbarkeitswahns des Menschen ("Gott" spielen).
         
Steinzeiternährung (Paleo) und Low Carb?

Seit einiger Zeit existiert im Bereich der Ernährung ein Trend namens Low Carb (wenig Kohlenhydrate) und Steinzeiternährung (Paleo). Gemäss dieser Theorie sollen die Kohlenhydrate (insbesondere aus Getreide --> siehe auch Ist Getreide schädlich?) schuld an vielen Krankheiten sein. Gegessen werden sollen hauptsächlich Gemüse, hochwertige Tierprodukte (Fleisch, Fisch, Eier etc.) und Früchte. Verboten sind bei der Steinzeiternährung Getreide, Milchprodukte und stark verarbeitete Produkte wie Zucker, Süssigkeiten, Margarine, gewöhnliche Öle usw. (siehe auch die Nahrungspyramide der Steinzeit).
 
Anmerkung: Steinzeiternährung und Low Carb sind zwar nicht exakt dasselbe, gehen aber in eine ähnliche Richtung.

Die Theorie der Steinzeiternährung besagt, dass sich das menschliche Erbgut seit der Steinzeit (der Mensch als Jäger und Sammler) nicht wesentlich verändert hat, und dass die rund 400 Generationen seit dem Sesshaftwerden des Menschen und der Einführung der Landwirtschaft vor etwa 10'000 Jahren, welche durch den Getreideanbau und die Tierhaltung (u.a. Milch) möglich wurde, nicht gereicht haben um das genetische Programm des Menschen, welches vorher über Hunderttausende von Jahren und weit mehr als zehntausend Generationen wirksam war, entscheidend zu verändern. Gemäss der Paleo-Ernährung sollen die Hunderttausend und mehr Jahre NACH der Entdeckung und Nutzung des Feuers, aber VOR dem Getreideanbau und der Einführung der Landwirtschaft, entscheidend für unsere genetische Programmierung gewesen sein. Das "Vorverdauen" durch Garen und der höhere Fleisch- und Eiweisskonsum sollen für die Entwicklung des Menschen und die Vergrösserung der Gehirnmasse des Homo-Sapiens wesentlich sein.

Mein Kommentar: Grundsätzlich ist eine Ernährung, die wenig oder gar keine stark verarbeiteten Produkte enthält, wie bei der Steinzeiternährung der Fall, begrüssenswert. Ebenfalls richtig ist, dass die "weissen" Kohlenhydrate (Zucker, Auszugsmehle und Produkte daraus) die Ursache vieler Krankheiten sind und die (auf maximalen Ertrag) hochgezüchteten Getreidesorten, hauptsächlich Weizen, bei einigen Menschen zu Problemen führen können. Nicht richtig ist, dass Getreide und Produkte daraus grundsätzlich schlecht und schädlich sind. Getreide ist seit Jahrtausenden die Ernährungsgrundlage der Menschheit. Wäre Getreide so schädlich wie manchmal behauptet wird, dann dürfte es die Menschheit gar nicht mehr geben (siehe auch Ist Getreide schädlich?). Idealerweise verwendet man ursprüngliche, nicht hochgezüchtete Getreidesorten aus biologischem Anbau (Dinkel, Roggen, Reis usw., aber auch Weizen) und natürlich das ganze Getreidekorn. Ebenfalls nicht korrekt ist, unter anderem aufgrund der Anlehnung an die falsche Evolutionstheorie, dass sich das menschliche Gehirn und der Mensch selbst erst durch die hohen erhitzten Eiweissmengen (Fleisch) richtig entwickelt haben sollen (weg vom Tier).

Unlösbar werden die Probleme, wenn die Steinzeiternährung auf einen Grossteil der Menschen ausgedehnt werden soll. Bereits heute sind die Probleme der Tierhaltung, insbesondere der Massentierhaltung (Tierfabriken und unwürdige Behandlung der Tiere, "Kraftfutter", ausufernder Antibiotika-, Hormon- und Medikamenteneinsatz, katastrophale Ökobilanz, Überfischung der Weltmeere etc.) gigantisch. Um eine Nahrungskalorie aus tierischen Produkten zu erzeugen, sind fünf- bis zehnmal soviel Energie und Ressourcen (Bodenfläche, Wasser etc.) notwendig wie für pflanzliche Nahrungsmittel. Die Fleischerzeugung belastet die Umwelt und das Klima enorm. Wollte ein grosser Teil der Menschen die Kalorien, die sie heute über das Getreide aufnehmen (Brot, Reis, Teigwaren etc.), durch Fleisch und Fisch ersetzen, würde innert kürzester Zeit der ökologische Kollaps erfolgen. Milliarden von Menschen auf Steinzeiternährung ist schlicht unmöglich, egal ob Massentierhaltung oder artgerechte Haltung. Siehe auch Überbevölkerung? Sind wir zu viele?

Vegane Ernährung

Siehe Vegane Lebensweise: Ist das Essen und Nutzen von Tieren ein Verbrechen? 
      
100% Rohkost die hochwertigste Ernährungsform?

Siehe

           
Cholesterin ein lebensnotwendiger Stoff


Ohne Cholesterin kann der Körper verschiedenste Funktionen nicht erfüllen. Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Stoff. Die Idee, dass Cholesterin schädlich sein soll (insbesondere das so genannte LDL-Cholesterin) und ein zu hoher Cholesteringehalt im Blut ungesund, kommt daher, dass bei Arteriosklerose (Verengung der Blutgefässe durch Ablagerungen, umgangssprachlich auch als "Arterienverkalkung" bezeichnet) und Herzinfarkt, der auf arteriosklerotischen Veränderungen der Herzkranzgefässe beruht, cholesterinhaltige Ablagerungen auf den Innenwänden der Blutgefässe zu finden sind. Das heisst: Cholesterinhaltige Ablagerungen verengen die Blutgefässe, führen zu Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Der Denkfehler der heutigen Medizin (und die Verteufelung des Cholesterins) liegt darin, dass geglaubt wird, die Ablagerungen in den Blutgefässen kämen daher, dass man sich über die Nahrung zu viel Cholesterin zuführt. Das ist falsch. Der Grund, warum Cholesterin in den Blutgefässen krankhaft abgelagert wird, liegt in einer Störung des Stoffwechsels, insbesondere des Fettstoffwechsels (Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz). Der Grund, warum der Stoffwechsel gestört ist, liegt in der schlechten Ernährung, insbesondere zu viel Zucker, Auszugsmehle und Fast-Food. Ist die Ernährung richtig (ausreichend Vitalstoffe), funktioniert auch der Stoffwechsel richtig und es kommt zu keinen krankhaften Ablagerungen. Buchtipp: Cholesterin - der lebensnotwendige Stoff von Dr. M.O. Bruker.

Buchtipps und weitere Empfehlungen


Essen und trinken Sie nichts, wofür Werbung gemacht wird.  Dr. Max Otto Bruker

Es ist ein tragisches Kapitel menschlicher Geschichte, dass der Mensch sich so weit hat beeinflussen lassen, dass er der Nahrung um so mehr traut, je unnatürlicher und künstlicher sie ist, und dass er sich das Misstrauen zu allen Lebensmitteln, wie die Natur sie uns beschert, so fest hat einpflanzen lassen, dass er eher zu Grunde geht, als diese Haltung aufzugeben. Dass er dieses Misstrauen zur Schöpfung selbst nicht als unrecht und widersinnig empfindet, ist ein Zeichen dafür, wie weit er sich durch
ständige Fehlinformation seinen Instinkt hat nehmen lassen.  Dr. M.O. Bruker

 
Frischkorngericht  Verträglichkeitsproblem  Vollkostenrechnung Ernährung  Artikel Ernährung  Getreidemühlen  Kollath-Tabelle